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Aktuelle Termine

Mo Feb 26 20:00-22:00
Musikprobe
 
Historie
Geschichte des Musikvereins Obersulmetingen
 

 

Zeugnis der Gründung: Ein Przellan-Pfeifenkopf
Zeugnis von der Gründung einer Musikkapelle gibt uns eigentlich nur ein Porzellan-Pfeifenkopf einer Tabakpfeife, die sich noch gut erhalten im Besitz der Nachkommen des Gründers Schultheiß Schneider befindet. Diese Tabakpfeife erhielt der Initiator zu seiner Hochzeit von den Musikkameraden als Geschenk überreicht. Sie gilt heute als wertvolles Dokument zur Vereinsgeschichte.Die Namen der aufgezählten Musiker und mündliche Überlieferungen lassen darauf schließen, daß damals immer wieder junge Männer aus Nachbargemeinden in der Musikapelle mitgewirkt haben. Alte Fotos dokumentieren Auftritte um die Jahrhundertwende.
Der Pfeifenkopf mit den Namen
 
Die Musikkapelle 1909
Josef Schneider
 

Die ersten schriftlichen Unterlagen sind Protokolle der Vereinsgründung von 1933, fein säuberlich von Schriftführer Gerorg Mästle festgehalten. So schreibt der Chronist: "Die hiesige Musikkapelle, die ein Bestehen von nahezu hundert Jahren aufweisen kann, war immer auf sich selbst angewiesen. Seit einer Reihe von Jahren konnte sich jedoch die Kapelle auf eine solche Höhe schwingen, daß sie der Stolz der ganzen Gemeinde wurde, denn wiederholt konnte sie an Wettbewerben anläßlich mehrerer Musikfeste mit ersten Preisen ausgezeichnet werden. Anläßlich des Frühschoppenkonzertes am 26.02.33 sprach nun Verbandsdirigent Franz Laub aus Laupheim über die Notwendigkeit, der so tüchtigen Kapelle tatkräftig unter die Arme zu greifen, durch dir Gründung eines Musikvereines". Leiter dieser tüchtigen Kapelle war Konrad Hensinger. Zum 1. Vorstand wurde Maurermeister und Gemeinderat Klemens Hensinger gewählt. Die Sitzungsprotokolle geben Zeugnis eines sehr lebendingen Vereinslebens. Bemerkenswert in diesen 30-er Jahren: In der Stunde des Jahreswechsels wurde an verschiedenen Plätzen im Dorf "Danket dem Herrn" intoniert. Teilnahme am Bezirksfest in Untersulmetingen, Mitwirkung beim Festbankett, Wertungsspiel mit einem 1a Preis waren weitere Aktivitäten. Im Jahre 1935 wurden 62 Musikproben abgehaltén. Die Generalversammlung hatte damals 1. Teil Berichte und Regularien, dem sich im 2. Teil Geselligkeit mit Theateraufführung, Musik und zum Schluß der "unvermeindliche Tanz für die Jugen" anschlossen.

Ab 1936 unterblieb die Wahl der Vorstandschaft. Selbst die Vereine blieben in dieser Zeit von der "verordneten Linie" nicht verschont. So bestätigte die Generalversammlung den "Vereinsführer" im Amte, der wiederum ernannte sein Gremium (Führerprinzip).
Die Musikkapelle um 1930
 

Im Jahre 1938 mußte die Generalversammlung wegen Maul- und Klauenseuche ausfallen. Leere Blätter im Protokollbuch widerspiegeln ohne Worte eine schlimme Zeit in der deutschen Geschichte, folgenschwer für die Menschen und das Vereinsleben.So erfolgte die Neugründung des Vereines erst am 26.11.1950. Wie bereits im Jahre 1993 hieß der Dirigent, begabt von Gottes Gnaden, Konrad Hensinger. Zum 1. Vorsitzenden wählte die Versammlung Gastwirt und Gemeinderat Franz Herre. Seinem Redetalent machte Franz Herre auch als Kreisverbandsvorsitzender alle Ehre.

Zum 100-jährigen Bestehen veranstaltete der Verein am 26. und 27. Juli 1952 bei strahlendem Sommerwetter ein glanzvolles Kreismusikfest im Mohn´schen Garten. Die stolze Zahl von 34 Musikkapellen und rund 5.000 Besucher waren zu Gast in unserer Gemeinde.

Die Musiker beim Kreismusikfest 1952

1954 übernahm Eugen Heckhorn den Dirigentenstab. 1956 erhielt der Verein von der Gemeinde im Wäschereigebäude ein neues Probelokal. Otto Sauter wird 1958 Dirigent. 1960 erhielten die Musiker neue Uniformen. Am 28.01.62 wählte die Jahreshauptversammlung Georg Braig zum Nachfolger für den nach Balingen weggezogenen Franz Herre.Der eifrige neue Vorsitzende mußte immer wieder auf Dirigentensuche gehen. 1962 Dirigent Georg Beyerlin, 1965 Sepp Fink, 1967 Otto Glocker, 1968 wieder Otto Sauter. Georg Braig mit seinen Funktionären gelang es, durch Abhaltung von Gartenfesten und Durchführung von Alteisensammlungen eine wesentlich bessere Finanzausstattung für die Musikkapelle zu erwirtschaften. Eine sehr weitsichtige und für die Beteiligten gute Einrichtung war die Gründung der Sechsergemeinschaft der Musikvereine aus Altheim, Ingerkingen, Schemmerberg, Schemmerhofen, Untersulmetingen und Obersulmetingen auf Initiative von Georg Braig. Am 16.01.1972 übernahm der erst 24-jährige Albert Steimer die Nachfolge von Georg Braig und wird das Amt des 1. Vorsitzenden 20 Jahre ausüben. Im Oktober 1972 konnte Reinhard Bauer aus Wain als Dirigent für die 22 Musiker zählende Kapelle gewonnen werden. 1973 organisierte der Verein auf dem von der Gemeinde vorbildlich angelegten Festplatz bei der Raiba das 1. Zeltfest unter Beteiligung der Sechsergemeinschaft.Das Konzert fand erstmals in der Schulturnhalle statt. 1974 wagten die Verantwortlichen den Kauf von neuen Uniformen. Unter Leitung von Hartmut Ottenberger gründete der Verein eine 30 Jugendliche zählende Jugenkapelle, die als selbstständiger Klangkörper neben den "Alten" beim Heimatfest in Laupheim im Festumzug mitmarschierten. 1977 feierte der Verein mit dem nun traditionellen "Ulrichsfest" sein 125-jähriges Bestehen. Auf dem Programm war die Knabenkapelle Dachau mit ihrem Kapellmeister Otto Sauter.

Zum Ulrichsfest schreibt Ortsvorsteher Hans Schantel in seinem Obersulmetinger Beitrag zum Buch "Laupheim" 1978: "Sankt Ulrich: ja klar, Ulrichsfest, die Alten erinnern sich: die Zeit zwischen Heuet und Augschda, zwei Stunden levitiertes Hochamt, vorher war Beichttag gewesen, dann der Segen mit der Ulrichsreliqiue. Heutzutage organisiert der Musikverein sein Traditionsfest mit Zeltgottesdienst und hofft auf gut Wetter".

Insgesamt kann in den 70-er und 80-er Jahren von einer sehr konstanten Besetzung der Vorstandschaft gesprochen werden, die ihre Arbeit mit dem Ziel verrichtet hat, für eine solide Finanzausstattung zu sorgen, damit gute Jugendarbeit, Probenarbeit der Musiker und Instrumentenbeschaffung für eine zeitgemäße qualitative und quantitative Weiterentwicklung zum Blasorchester möglich war. So zählte die Kapelle 1978 50 Aktive. Als Folge wurden die Probenbedingungen im viel zu kleinen Proberaum schwieriger. Nach mehreren Anläufen gab die Stadt den Start und die finanziellen Mittel frei für einen Ausbau des "Löwenstadels", den die Gemeinde erworben hatte. Viele Idealisten im Verein, Fach- und Hilfskräfte waren unter Verantwortung von Zimmer- und Schreinermeister Heinz Hensinger (2. Vorsitzender) und Materialorganisator Manfred Hensinger (Schriftführer) im Einsatz, um in einer vorbildlich organisierten Aktion nach 4200 Arbeitsstunden Eigenleistung im November 1981 Einweihung feiern. Das Musikerheim kann heute als Schmuckstück inmitten eines lebendigen und intakten Ortskernes unserer

Heimatgemeinde bezeichnet werden.Dirigent Reinhard Bauer verließ uns 1981 nach 10 Jahren engagierter und von kameradschaftlichem Geist geprägter Arbeit. Als Nachfolger konnte übergangswiese Anton Ruf gewonnen werden. Beim Ulrichsfest 1982 erfolgte die Weihe der 1. Vereinsfahne. Die ziert das Schloß mit dem hl. Ulrich auf der einen, die Schrift von der Vereinsgründung und einer Lyra in Form wie auf dem Pfeifenkopf auf der anderen Seite. Die Kapelle beteiligte sich am Wertungsspiel in der Oberstufe und erreichte einen 1. Rang mit Belobigung. Beim Ulrichsfest 1983 überreichte Landrat Dr. Steuer im Auftrag des Bundespräsidenten dem MV Obersulmetingen die "Pro Musica Plakette". 1983 übernahm Musikdirektor Rudi Hofmann aus Munderkingen die Stabführung, verstarb leider bereits nach 2 Jahren. Von Mai 1985 bis Dezember 1989 engagierte sich Robert Märkle aus Bad Buchau als musikalischer Leiter in unserem Verein. Der Dirigent verstand sowohl in konzertanter als auch in unterhaltender Musik Zeichen zu setzen.
Die Fahne des MV Obersulmetingen
 
 

Einige Fakten hierzu: Wertungsspiel mit 62 Musikern in der Oberstufe mit einem 1. Rang mit Auszeichnung als Ergebnis, Jahreskonzerte in der ausverkauften Festhalle in Untersulmetingen, Blasmusikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks mit Finale in Biberach, Hafenkonzert in Friedrichshafen mit Life - Übertragung durch mehrere Rundfunkanstalten, 1983 im Zeltfest "Sie wünschen wir spielen" und Showblock "Reise durch Deutschland". Die beeindruckende Arbeit des Dirigenten in einem Jahr: 69 Vollproben, 18 Registerproben, 27 Jugendproben und 32 Auftritte mit dem Orchester. Es waren große wirtschaftliche Aktivitäten des Vereines erforderlich, um die Anschaffung der notwendigen Instrumentenausstattung zu finanzieren.

Im Januar 1990 übernahm der Musiklehrer Chritoph Erb aus Griesingen das Blasorchester. Ihm gelang bereits nach einem Jahr beim Wertungsspiel in der Oberstufe ein 1. Rang mit Belobigung.

Am 12.01.1992 löste Walter Jerg den zum Ortsvorsteher gewählten Albert Steimer als Vorstand ab.

Arnfried Oehme übernahm die Kapelle im November 2000 und half dem Musikverein bei der Suche nach einem neuen Dirigennten. Im Herbst 2001 konnte hierfür Hans Mohr als DIrigennt gewonnen werden, der seit dem Konzert 2001 an der Spitze der Kapelle steht.

 
Festwagen Obersulmetingen 1912
 
Der Musikverein mit Tracht beim Schützenfest in Biberach 1912
 
Heimatfestumzug in Laupheim
 
Der Musikverein beim Heimatfestumzug in Laupheim in den 60er Jahren
Obersulmetinger Heimatlied

Wo auf dem Hügel stehet das alte, graue Schloß,

und nah zu seinen Füßen, die Häuser klein und groß,

sich schmiegen an dem Hange in losen, lichten Reih´n,

da bin ich zu Hause, da bin ich daheim.

 

Wo aus der Scholle sprießet, für Hände Fleiß als Lohn,

der Felder grüne Saaten und Ähren goldner Kron.

Wo Frauenliebe werket, wo Sang und Klang im Heim,

da bin ich zu Hause, da bin ich daheim.

 

Wo´s Dörflein draußen endet, die Winde wehen kalt,

dorthin ich werde ziehen, wenn´s bläst das letzte Halt.

Wo dann die alte Linde mit mir wird stimmen ein,

hier bin ich zu Hause, hier bin ich daheim.

 

von Josef Brehm